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Einbruchstatistik Deutschland 2024: Aktuelle Zahlen, Bundesländer-Vergleich und Prävention

Inhaltsverzeichnis:
78.436 Wohnungseinbrüche im Jahr 2024, eine Aufklärungsquote von nur 15,3 Prozent und ein Schaden von 350 Millionen Euro: Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS 2024) zeigt, dass Einbruch in Deutschland weiterhin ein massives Problem bleibt. Dieser Artikel zeigt Ihnen die aktuellen Zahlen, regionale Unterschiede und was Sie konkret tun können.

Auf einen Blick — Einbruchstatistik 2024

  • 78.436 Fälle bundesweit (davon 45,7 % Versuche)
  • Alle 7 Minuten ein Einbruchversuch in Deutschland
  • 15,3 % Aufklärungsquote — über 84 % der Täter werden nie gefasst
  • 3.800 Euro Durchschnittsschaden pro Einbruch
  • Großstädte 3× stärker betroffen als ländliche Regionen

PKS 2024: Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Bundeskriminalamts erfasst jährlich alle polizeilich bekannt gewordenen Straftaten. Für den Wohnungseinbruchdiebstahl (§ 244 Abs. 1 Nr. 3 StGB) verzeichnet die PKS 2024 insgesamt 78.436 Fälle — ein leichter Anstieg von 0,8 Prozent gegenüber 2023 (77.819 Fälle).

Kennzahl PKS 2024 PKS 2023 Veränderung
Fälle gesamt 78.436 77.819 +0,8 %
Davon Versuche 35.800 (45,7 %)
Aufklärungsquote 15,3 % 14,9 % +0,4 PP
Tageswohnungseinbrüche 28.510 (37,5 %)
Versicherungsschäden 350 Mio. € 330 Mio. € +6,1 %
Durchschnittsschaden 3.800 € 3.600 € +5,6 %

Quellen: BKA PKS 2024, GDV Schadensstatistik 2024

Langzeittrend: Von 180.000 auf 78.000 — und jetzt Stagnation

Der Blick auf die Entwicklung der letzten zehn Jahre zeigt einen deutlichen Rückgang — aber auch eine beunruhigende Stagnation seit 2022.

Jahr Fälle Veränderung Einordnung
2015 167.136 Höchststand seit 1998
2016 151.265 −9,5 % Erste Trendwende
2017 116.540 −23,0 % Stärkster Rückgang
2019 87.145 Vor-Corona-Niveau
2020 75.023 −13,9 % Corona-Effekt (Homeoffice)
2021 54.236 −27,7 % Historisches Tief
2022 65.908 +21,5 % Post-Corona-Anstieg
2023 77.819 +18,1 % Weiterer Anstieg
2024 78.436 +0,8 % Stagnation auf hohem Niveau

Quelle: BKA Polizeiliche Kriminalstatistik, Jahresberichte 2015–2024

Was bedeutet das? Der starke Rückgang seit 2016 ist vor allem auf bessere Sicherungstechnik und verstärkte Polizeiarbeit zurückzuführen. Dass die Zahlen trotzdem seit 2022 wieder deutlich steigen, zeigt: Prävention wirkt — aber nur, wenn Sie aktiv werden.

Wo wird am häufigsten eingebrochen? Bundesländer im Vergleich

Die Häufigkeitszahl (Fälle pro 100.000 Einwohner) zeigt, wie groß Ihr Einbruchsrisiko je nach Wohnort tatsächlich ist. Der Unterschied zwischen dem sichersten und dem am stärksten betroffenen Bundesland ist enorm.

Rang Bundesland Fälle / 100.000 Ew. Aufklärungsquote Risiko-Einordnung
1 Bayern 18 29,7 % Niedrigstes Risiko
2 Baden-Württemberg 30 24,6 % Niedrig
3 Thüringen 43 27,0 % Niedrig
4 Rheinland-Pfalz 46 20,2 % Unterdurchschnittlich
5 Sachsen 49 30,9 % Unterdurchschnittlich
6 Mecklenburg-Vorpommern 58 33,9 % Durchschnittlich
7 Hessen 61 21,0 % Durchschnittlich
8 Niedersachsen 65 27,8 % Durchschnittlich
9 Brandenburg 74 17,6 % Überdurchschnittlich
10 Schleswig-Holstein 77 17,1 % Überdurchschnittlich
11 Sachsen-Anhalt 78 26,4 % Überdurchschnittlich
12 Nordrhein-Westfalen 104 17,2 % Hoch
13 Saarland 106 16,3 % Hoch
14 Hamburg 119 8,2 % Sehr hoch
15 Berlin 136 9,6 % Sehr hoch
16 Bremen 186 7,0 % Höchstes Risiko

Quelle: BKA PKS, Häufigkeitszahlen nach Bundesländern. Hinweis: Häufigkeitszahlen basieren auf der letzten verfügbaren Bundesländer-Auswertung der PKS (Stand 2023). Die bundesweiten Gesamtzahlen beziehen sich auf die PKS 2024.

Auffällig: In Bremen ist das Einbruchsrisiko zehnmal höher als in Bayern. Gleichzeitig liegt die Aufklärungsquote in Bremen bei nur 7 Prozent — in Bayern bei fast 30 Prozent. Wer in einer Hochrisiko-Region lebt, ist besonders auf eigene Sicherungsmaßnahmen angewiesen.

Stadt vs. Land: Wo ist das Risiko größer?

Die PKS 2024 bestätigt ein klares Muster: Je größer die Stadt, desto höher das Einbruchsrisiko.

Ortsgröße Einbrüche / 100.000 Ew. Risikofaktor
Unter 20.000 Einwohner 51 1,0× (Basis)
20.000–99.999 Einwohner 89 1,7×
100.000–499.999 Einwohner 133 2,6×
Ab 500.000 Einwohner 167 3,3×

Quelle: Notrufexperten, PKS 2024 Auswertung

Wer in einer Großstadt mit über 500.000 Einwohnern lebt, hat ein dreifach höheres Einbruchsrisiko als auf dem Land. Aber auch kleinere Städte sind betroffen — Einbrecher wählen Ziele oft entlang von Autobahnen und in Randgebieten.

Wann wird eingebrochen? Tageszeiten und Jahreszeit

Entgegen der weit verbreiteten Annahme geschehen Einbrüche nicht nur nachts. Fast vier von zehn Einbrüchen passieren tagsüber.

  • 37,5 Prozent aller Einbrüche sind sogenannte Tageswohnungseinbrüche — sie passieren zwischen 6 und 21 Uhr, wenn die Bewohner bei der Arbeit oder unterwegs sind.
  • Hauptsaison: Oktober bis März. Die dunkle Jahreszeit macht es Einbrechern leichter, unbemerkt zu bleiben.
  • Dämmerungseinbrüche: Besonders riskant ist die Zeit zwischen 16 und 20 Uhr im Winter — es ist bereits dunkel, aber viele Menschen sind noch nicht zu Hause.

45,7 Prozent der Einbrüche scheitern — warum Prävention wirkt

Die vielleicht wichtigste Zahl der PKS 2024: Fast die Hälfte aller Einbruchsversuche scheitert. Der Versuchsanteil von 45,7 Prozent zeigt, dass Sicherungstechnik einen direkten Einfluss hat.

Einbrecher sind Opportunisten. Sie suchen den einfachsten Weg. Sobald ein Fenster oder eine Tür länger als 3 Minuten Widerstand leistet, brechen die meisten Täter ab. Genau hier setzen mechanische Sicherungen wie Pilzkopfverriegelungen, Zusatzschlösser und abschließbare Fenstergriffe an.

Was Sicherungstechnik konkret bewirkt

  • Mechanische Sicherung (Pilzkopfverriegelung, Querriegel): Erhöht die Widerstandszeit auf über 3 Minuten — genug, um die meisten Täter abzuschrecken
  • Alarmanlagen: Melden einen Einbruchversuch sofort an eine Alarmzentrale oder Ihr Smartphone
  • Kameraüberwachung: Schreckt Täter ab und hilft bei der Identifizierung
  • Bewegungsmelder: Beleuchten dunkle Ecken und signalisieren „Hier wird aufgepasst" — mehr dazu unter Bewegungsmelder

Wie viel kostet Einbruchschutz?

Sicherungstechnik muss nicht teuer sein. Schon mit wenigen hundert Euro lässt sich der Schutz deutlich verbessern. Eine vollständige Aufschlüsselung der Kosten finden Sie in unserem Artikel Alarmanlagen: Kosten und Förderung.

Maßnahme Kosten (ca.) Wirkung
Abschließbare Fenstergriffe 15–30 € pro Fenster Verhindert Aufhebeln
Zusatzschloss Tür 80–200 € Erhöht Widerstandszeit
Funk-Alarmanlage (Basis-Set) 300–800 € Sofortige Alarmierung
Professionelle Alarmanlage (VdS) 1.500–4.000 € Aufschaltung auf Notruf- und Serviceleitstelle
Außenkamera (IP/WLAN) 50–300 € Abschreckung + Beweissicherung

Einen detaillierten Vergleich verschiedener Alarmanlagen-Typen finden Sie in unserem Alarmanlagen-Preisvergleich.

Wird Einbruchschutz gefördert?

Die KfW-Bank fördert den Einbau von Einbruchschutz über verschiedene Programme. Welche Zuschüsse für Sie infrage kommen, erfahren Sie im Artikel Kosten und Förderung.

Was tun nach einem Einbruch?

Falls Sie betroffen sind — oder sich auf den Ernstfall vorbereiten wollen — hilft eine klare Checkliste:

  1. Polizei rufen (110) — nichts anfassen oder verändern
  2. Wohnung verlassen, falls Täter noch im Haus sein könnte
  3. Fotos machen von Schäden und Spuren (für Versicherung und Polizei)
  4. Versicherung informieren — Hausratversicherung deckt gestohlene Gegenstände ab
  5. Stehlgutliste erstellen — so detailliert wie möglich (Marke, Modell, Kaufbeleg)
  6. Schlösser austauschen, falls Schlüssel gestohlen wurden
  7. Psychologische Hilfe in Anspruch nehmen — der Weißer Ring bietet kostenlose Beratung

Mehr zum Thema Versicherungsschutz erfahren Sie in unserem Ratgeber Versicherung beim Einbruch.

Häufige Fragen zur Einbruchstatistik

Wie viele Einbrüche gibt es in Deutschland pro Jahr?

Im Jahr 2024 hat die Polizei bundesweit 78.436 Fälle von Wohnungseinbruchdiebstahl registriert (PKS 2024). Das entspricht einem Einbruchversuch alle 7 Minuten. Allerdings liegt die Dunkelziffer höher, da nicht alle Einbrüche angezeigt werden — die Anzeigequote liegt bei 87,6 Prozent für vollendete Einbrüche.

In welchem Bundesland wird am häufigsten eingebrochen?

Bremen hat mit 186 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner die höchste Häufigkeitszahl aller Bundesländer. Es folgen Berlin (136), Hamburg (119) und das Saarland (106). Am sichersten ist Bayern mit nur 18 Fällen pro 100.000 Einwohner — zehnmal weniger als in Bremen.

Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei Einbrüchen?

Die bundesweite Aufklärungsquote lag 2024 bei 15,3 Prozent. Das bedeutet: Über 84 Prozent aller Einbrüche werden nie aufgeklärt. In Stadtstaaten wie Bremen (7 %) und Hamburg (8,2 %) ist die Quote besonders niedrig. Die höchsten Aufklärungsquoten erreichen Mecklenburg-Vorpommern (33,9 %), Sachsen (30,9 %) und Bayern (29,7 %).

Wann passieren die meisten Einbrüche?

37,5 Prozent aller Einbrüche geschehen tagsüber (Tageswohnungseinbrüche). Besonders riskant ist die Dämmerungszeit zwischen 16 und 20 Uhr in den Wintermonaten Oktober bis März. Einbrecher nutzen die frühe Dunkelheit und die Abwesenheit der Bewohner.

Hilft eine Alarmanlage wirklich gegen Einbrüche?

Ja. Die PKS 2024 zeigt, dass 45,7 Prozent aller Einbrüche im Versuchsstadium scheitern — vor allem dank Sicherungstechnik. Eine Kombination aus mechanischer Sicherung und Alarmanlage bietet den besten Schutz. Professionelle Anlagen mit VdS-Zertifizierung werden zudem von Versicherungen anerkannt und können die Versicherungsprämie senken.

Checkliste: So schützen Sie Ihr Zuhause

Ihre persönliche Sicherheits-Checkliste

  1. Schwachstellen identifizieren: Fenster im Erdgeschoss, Terrassentüren und Kellerzugänge sind die häufigsten Einstiegspunkte
  2. Mechanische Sicherung nachrüsten: Pilzkopfverriegelung, Zusatzschlösser, abschließbare Fenstergriffe
  3. Elektronische Sicherung ergänzen: Alarmanlage mit Bewegungsmeldern und Tür-/Fensterkontakten
  4. Anwesenheit simulieren: Zeitschaltuhren für Licht, smarte Rollladensteuerung
  5. Außenbereich sichern: Bewegungsmelder mit Beleuchtung, Außenkameras
  6. Nachbarschaftshilfe: Aufmerksame Nachbarn sind der beste Einbruchschutz — sprechen Sie sich ab
  7. Versicherung prüfen: Ist Ihre Hausratversicherung ausreichend? Deckt sie den aktuellen Wert Ihres Hausrats?
  8. Polizeiliche Beratung nutzen: Die Polizei bietet kostenlose Beratung zum Einbruchschutz an — bundesweit über die Nummer 0800 6 888 000

Fazit: Prävention wirkt — handeln Sie jetzt

Die Einbruchstatistik 2024 zeigt zwei klare Botschaften: Erstens, Einbruch bleibt ein allgegenwärtiges Risiko — alle 7 Minuten versucht jemand in Deutschland einzubrechen. Zweitens, Prävention wirkt nachweislich: Fast die Hälfte aller Einbrüche scheitert an Sicherungstechnik.

Der beste Zeitpunkt für Einbruchschutz ist jetzt — nicht erst nach einem Einbruch. Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme Ihrer Schwachstellen und rüsten Sie schrittweise nach. Schon kleine Maßnahmen wie abschließbare Fenstergriffe machen einen Unterschied.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 28. Februar 2026 aktualisiert. Alle Statistiken stammen aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS 2024) des Bundeskriminalamts und der Schadensstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).

Quellen

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Quellen: Bundeskriminalamt — PKS · Polizeiliche Kriminalprävention · Gesamtverband der Versicherer (GDV) · K-Einbruch Initiative

FAQ - Häufig gestellte Fragen in Kürze

Wie viele Einbrüche gibt es in Deutschland pro Jahr?

2024 registrierte die Polizei 78.436 Wohnungseinbrüche und -versuche (PKS 2024). Das entspricht einem Einbruchsversuch alle 7 Minuten. Fast die Hälfte (45,7 %) der Einbrüche blieb im Versuchsstadium — häufig wegen vorhandener Sicherheitstechnik. Der Gesamtschaden lag bei rund 350 Millionen Euro.

In welchem Bundesland wird am häufigsten eingebrochen?

Nordrhein-Westfalen hat mit Abstand die meisten Einbrüche (absolut), gefolgt von Niedersachsen und Berlin. Bezogen auf die Einwohnerzahl liegt Bremen an der Spitze, gefolgt von Hamburg und Berlin. Bayern und Baden-Württemberg haben die niedrigsten Einbruchsraten pro 100.000 Einwohner.

Wann wird am häufigsten eingebrochen?

Die Einbruch-Hochsaison liegt in den dunklen Monaten Oktober bis März — rund 60 % aller Einbrüche finden in dieser Zeit statt. Bevorzugte Tageszeit ist die Dämmerung zwischen 16 und 21 Uhr, wenn viele Menschen noch nicht zu Hause sind. Am Wochenende wird häufiger eingebrochen als unter der Woche.

Wie hoch ist die Aufklärungsquote bei Einbrüchen?

Die Aufklärungsquote lag 2024 bei nur 15,3 % — über 84 % der Täter werden also nie gefasst. Bei Wohnungseinbrüchen mit Sicherheitstechnik ist die Aufklärungsquote höher, da Kameras und Alarmanlagen Beweismaterial liefern. Dies unterstreicht die Bedeutung von Prävention gegenüber Strafverfolgung.

Wie kann ich mich am besten vor Einbruch schützen?

Die Polizei empfiehlt drei Schutzebenen: (1) Mechanische Sicherung — einbruchhemmende Fenster ab RC 2 und Türen mit Panzerriegel, (2) Elektronische Sicherung — Alarmanlage mit Außensirene und Leitstellenaufschaltung, (3) Organisatorische Maßnahmen — aufmerksame Nachbarschaft, Anwesenheitssimulation, keine Hinweise auf Abwesenheit in sozialen Medien.

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